Auf Ihrem Telefon erscheint eine Benachrichtigung: „Ihre persönlichen Daten wurden kompromittiert.“ Wissen Sie, was zu tun ist? Die meisten schließen die Benachrichtigung und machen einfach weiter. Digitale Kompetenz bedeutet heute mehr, als nur Artikel über das neueste Smartphone zu lesen. Sie heißt auch, zu wissen, wie man reagiert, wenn die Technologie einen unmittelbar betrifft.
Persönliche Daten geleakt: die richtigen Maßnahmen
Haben Sie schon einmal eine E-Mail erhalten, in der Sie darüber informiert wurden, dass bei einem von Ihnen genutzten Dienst Daten gestohlen wurden? Solche Nachrichten häufen sich. Die CNIL und cybermalveillance.gouv.fr haben einen praktischen Leitfaden veröffentlicht, der die Schritte für genau diesen Fall erläutert.
Als Erstes sollten Sie sofort das Passwort für den betroffenen Dienst ändern. Wenn Sie dasselbe Passwort auch anderswo verwenden, ändern Sie es auch für diese Konten. Ein kompromittiertes Passwort bei einem Lieferdienst kann den Zugriff auf Ihr E-Mail-Konto ermöglichen, wenn die Zugangsdaten identisch sind.
Im zweiten Schritt sollten Sie prüfen, welche Daten offengelegt wurden. Ein Name und eine E-Mail-Adresse sind etwas anderes als eine Kreditkartennummer oder eine Sozialversicherungsnummer. Der Leitfaden von cybermalveillance.gouv.fr erläutert die jeweils passenden Maßnahmen – einschließlich einer Anzeige, wenn sensible Daten betroffen sind.
Wenn Sie solche Warnmeldungen zeitnah verfolgen möchten, berichten die aktuellen Meldungen von NetLab regelmäßig über Sicherheitsvorfälle und ihre praktischen Folgen für Nutzerinnen und Nutzer.
Der dritte, oft vernachlässigte Schritt: Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle Konten, die sie anbieten. Dabei wird zusätzlich zum Passwort eine Bestätigung per SMS oder App verlangt. Selbst wenn Ihr Passwort geleakt wird, bleibt der Zugang zum Konto ohne diesen zweiten Code gesperrt.

Von künstlicher Intelligenz generierte Inhalte: So erkennen Sie sie
Ein gut geschriebener Text, ein lächelndes Gesicht auf einem Foto, eine natürlich klingende Stimme in einem Video. Nichts davon garantiert, dass ein Mensch dahintersteckt. Generative KI-Tools erstellen inzwischen Inhalte, die sich nur schwer von menschlicher Arbeit unterscheiden lassen.
Einige Hinweise helfen dabei, KI-generierte Texte zu erkennen. Sehr glatt formulierte Texte ohne klare Position und mit schematischen Übergängen wie „darüber hinaus“ oder „es ist anzumerken“ sind ein Warnsignal. Auch bei einem Text, der auf alles eine Antwort hat und nie „Ich weiß es nicht“ sagt, sollten Sie aufmerksam werden.
Ein verdächtiges Bild überprüfen
Bei Bildern ist die Rückwärtssuche ein leicht zugängliches Hilfsmittel. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Bild und wählen Sie in Ihrem Browser „Dieses Bild suchen“. Taucht das Bild nirgendwo sonst auf oder erscheint es in widersprüchlichen Zusammenhängen, wurde es möglicherweise künstlich erzeugt.
Hände und Hintergründe sind nach wie vor Schwachstellen von Bildgeneratoren. Achten Sie auf Finger, Spiegelungen in Brillengläsern und Texte auf Schildern im Hintergrund. Unstimmigkeiten an diesen Stellen deuten oft auf eine künstliche Erstellung hin.
Transparenzpflicht nach EU-Recht
Die europäische KI-Verordnung sieht Transparenzpflichten vor, die schrittweise gelten. Einige Regeln sind bereits in Kraft, andere treten in den kommenden Monaten in Anwendung. Der Grundsatz lautet: Ein KI-generierter Inhalt muss als solcher gekennzeichnet werden, wenn er öffentlich verbreitet wird.
Für bereits vermarktete Systeme gelten Übergangsfristen. Um zwischen den heute geltenden und den noch ausstehenden Regeln zu unterscheiden, sollten Sie aktuelle Quellen heranziehen, denn der Zeitplan hat sich seit der ursprünglichen Veröffentlichung des Textes geändert.

Fragwürdige Informationen im Internet: drei schnelle Prüfungen
Eine Information verbreitet sich in sozialen Netzwerken und wird von Dutzenden Konten aufgegriffen. Sie klingt glaubwürdig. Wie können Sie herausfinden, ob sie es wirklich ist?
- Gehen Sie bis zur ursprünglichen Quelle zurück. Wird in der Information eine Studie oder eine Organisation genannt, suchen Sie direkt auf deren Website danach. Eine Zahl ohne Link zur Originalquelle ist ein Warnsignal.
- Prüfen Sie das Datum. Eine Information, die 2022 noch stimmte, kann veraltet oder irreführend sein, wenn sie als aktuell dargestellt wird. Sehen Sie nach, wann der Artikel oder Beitrag erstmals veröffentlicht wurde.
- Vergleichen Sie die Information mit mindestens zwei unabhängigen Quellen. Wenn nur ein Blog oder ein Social-Media-Konto sie verbreitet und weder Medien noch Institutionen sie bestätigen, ist Vorsicht geboten.
Diese Prüfungen dauern weniger als eine Minute. So vermeiden Sie, Falschinformationen weiterzuverbreiten, die sich nach dem Teilen nur sehr schwer korrigieren lassen.
Cybersicherheit im Alltag: mehr als Online-Artikel
Die Sensibilisierung für Cybersicherheit findet nicht mehr ausschließlich über digitale Inhalte statt. Angebote vor Ort, etwa Präsenzworkshops und lokale Informationskampagnen, ergänzen inzwischen die Online-Ressourcen. Der Cybermois, der jedes Jahr von cybermalveillance.gouv.fr koordiniert wird, steht beispielhaft für diesen kombinierten Ansatz.
Der Nutzen solcher persönlichen Gespräche ist ganz konkret. Jemandem zu zeigen, wie man einen Passwortmanager auf dem eigenen Telefon einrichtet, sorgt für einen nachhaltigen Lerneffekt. Digitale Kompetenz entsteht auch durch angeleitete praktische Übungen.
In Workshops für Kinder und Jugendliche geht es um Themen, mit denen sich Eltern oft nur wenig auskennen: Datenschutzeinstellungen in sozialen Netzwerken, das Erkennen von Phishing-Versuchen und der Umgang mit digitalen Spuren. Diese Kompetenzen stehen noch nicht in allen Lehrplänen.

Digitale Kompetenz bedeutet nicht, Wissen über die neuesten Produktneuheiten anzuhäufen. Es geht darum, die eigenen Daten zu schützen, Wahres von Falschem zu unterscheiden und schnell zu reagieren, wenn ein Problem auftritt. Die nötigen Tools gibt es, ebenso öffentliche Leitfäden. Was oft fehlt, ist der Impuls, sie zu nutzen, bevor es zu spät ist.



